Arbeitsgruppe Böttcher

Biologische Chemie

Wenn wir besser verstehen, wie Mikroorganismen durch chemische Verbindungen ihr Verhalten steuern, können wir neue Grundlagen für die Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten schaffen.
Dr. Thomas Böttcher

Chemische Strategien zur Entwaffnung von Bakterien

Bakterien sind gewissermaßen soziale Organismen. Sie agieren zumeist nicht als einzelne Zellen, sondern koordinieren ihr Verhalten auf Populationsebene. Gemeinsam bilden sie Biofilme, produzieren gleichzeitig Toxine oder bewegen sich in Gruppen über Oberflächen. Mittels chemischer Stoffe kommunizieren sie untereinander – und dies ist der Ansatzpunkt, an dem die Arbeitsgruppe von Dr. Thomas Böttcher ins Spiel kommt. „Wir untersuchen, wie Mikroorganismen durch chemische Stoffe kommunizieren, sich gegenseitig in ihrem Verhalten beeinflussen und sich gegen andere Organismen verteidigen“, schildert Thomas Böttcher. „Uns interessieren speziell solche Stoffe, welche uns die Kommunikation und das Populationsverhalten von Bakterien manipulieren lassen. Somit könnten wir gezielt in Infektionsprozesse eingreifen und beispielsweise verhindern, dass Bakterien ihr Waffenarsenal gegen uns einsetzen.“

Im Besonderen ist Thomas Böttcher an Naturstoffen und synthetischen Verbindungen interessiert, mit denen sich das Verhalten von Bakterien manipulieren und kontrollieren lässt. Seine Arbeitsgruppe sucht systematisch nach solchen Naturstoffen, bestimmt deren chemische Struktur und ermittelt deren Potential zur Behandlung von Infektionskrankheiten.

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